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Ulrike Zimmermann, Venus 220 Volt – Lust im Haushalt, 1991, 16 mm, Standbild © Ulrike Zimmermann
Kollaborative Assemblagen
HAMBURG
CLAUDIA RICHARZ / NINA RIPPEL / ULRIKE ZIMMERMANN
27. August 2026
19:00
Ausgangspunkt dieser Ausgabe ist eine VHS-Kassette aus dem IMAI-Archiv, auf der sich drei Mitte der 1980er-Jahre entstandene Videoarbeiten befinden. Die Kassette war lediglich mit „Touristinnen“ beschriftet, sodass zunächst nicht erkennbar war, dass es sich um Werke von drei verschiedenen Künstlerinnen handelt. Intensive Nachforschungen ergaben, dass die Arbeiten von Claudia Richarz, Nina Rippel und Ulrike Zimmermann stammen. Alle drei lebten in den 1980er-Jahren in Hamburg, waren Teil der damals sehr aktiven queer-feministischen Videoszene und unterstützten sich gegenseitig bei ihren Projekten.
PROGRAMM
Nina Rippel, Drei Unterwasserstücke mit Cello, 1985, 16 mm (digitalisiert), 6 Min., Ton
Nina Rippel, Unter Horizont, 1988, 16 mm (digitalisiert), 9 Min., Ton
Claudia Richarz, Endlich eine Prinzessin, 1985, 16 mm (digitalisiert), 2 Min., Ton
Claudia Richarz, Ich wandle unter Blumen, 1985, 16 mm (digitalisiert), 3 Min., Ton
Claudia Richarz & Andrea van der Straeten, Staubsaugen, 1985, 16 mm (digitalisiert), 6 Min., Ton
Claudia Richarz, Das Nummerngirl, 1989, 16 mm (digitalisiert), 1 Min., ohne Ton
Ulrike Zimmermann, Touristinnen – Über und unter Wasser, 1986, U-Matic (digitalisiert), 22 Min., Ton
Ulrike Zimmermann, Venus 220 Volt – Lust im Haushalt, 1991, 16 mm (digitalisiert), 10 Min., Ton, (Co-production Pipilotti Rist)
Gästinen: Claudia Richarz, Nina Rippel, Ulrike Zimmermann
Filmprogramm mit englischen Untertiteln
Gespräch in deutscher Sprache
Claudia Richarz (*1955 in Troisdorf, lebt in Eckernförde) ist Experimental- und Dokumentarfilmerin. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, unter anderen bei Helke Sander. 1979 war Richarz Mitbegründerin von bildwechsel, Kultur- und Medienzentrum für Frauen. Etliche ihrer Filme wurden ausgezeichnet, darunter 2000 die Dokumentarserie Abnehmen in Essen mit dem Grimme Preis oder 2023 Helke Sander: Aufräumen mit dem Publikumspreis beim Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln.
Nina Rippel (lebt in Hamburg) ist Experimental- und Dokumentarfilmerin. Sie studierte Kunstpädagogik und Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1980 gründete sie dort das Dokumentarfilmemacher*innen-Kollektiv die thede. Sie arbeitete als Kunstpädagogin an verschiedenen Gymnasien und lehrte als Dozentin für Medien an der Fachhochschule in Frankfurt a. M. und an der Leuphana Universität Lüneburg. In ihren Filmen beschäftigt sie sich mit Wahrnehmung und der leiblichen Dimension von Film. Ihre Themen reichen vom Filmen unter Wasser bis zu der Welterfahrung von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Ulrike Zimmermann (*1969 in Hamburg, lebt in Berlin) ist Filmemacherin und Produzentin crossmedialer Online-Formate. Sie studierte Film an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1989 gründete sie die Produktionsfirma MMM Film, mit der sie zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme für das internationale Kino produzierte. Seit Jahrzehnten kreisen ihre Arbeiten um die Frage nach der Zukunft der Visualisierung der Sexualität. 2014 nahm sie mit dem Film Vulva 3.0 an der 64. Berlinale teil.
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Kollaborative Assemblagen
Feministische Praktiken im Experimentalfilm und -video der 80er Jahre
Wien / Hamburg / Berlin
Kollaborative Assemblagen ist eine vierteilige Reihe von Filmabenden mit Experimentalfilmen, die unterschiedlichen Facetten feministischer, kollaborativer Arbeitsweisen in den 1970er und 1980er Jahren nachspürt – Arbeitsweisen, die existenziell für die im Experimentalfilm tätigen Frauen* waren. Die Episoden widmen sich den Experimentalfilmszenen in den Städten Wien, Hamburg und Berlin.
Kollaborative Assemblagen richtet den Fokus auf Gefüge von Praktiken, die es Frauen* ermöglichten, selbstbewusster, versierter und – was besonders wichtig ist – in immer größerer Anzahl in den Experimentalfilmszenen der 1980er Jahre aufzutreten. Es geht um verschiedene Initiativen, Zusammenschlüsse, offizielle wie inoffizielle Gruppen. Der Austausch von Wissen über Technik, filmische Methoden und ästhetische Formen sowie der Zugang zur Technik waren essenzielle Anliegen. Es ging aber auch darum, sich gegenseitig zu motivieren und beim Filmen zu helfen. Die Initiativen boten zudem eine Bühne für (queer)feministischen Aktivismus und selbstbestimmte Kulturproduktion.
Diese oft freundschaftlich geprägten kollaborativen Assemblagen nahmen keine einheitliche Form an und bewegten sich zwischen spontanen Zusammenschlüssen und stärker organisierten Strukturen. Beispielsweise traten sie als selbst gemachte Bedienungsanleitungen für die Benutzung einer bestimmten Kamera, als gemeinschaftliche Nutzung von Equipment, als unterstützendes Gespräch, als gemeinsames Filmprojekt oder als Filmwerkstatt in Erscheinung. In ihren vielfältigen Formen hatten sie die Wirkung, den Experimentalfilmbereich zu dekonstruieren und neue Aktivitätsräume für Frauen* zu erschließen. Die einzelnen Assemblagen hatten unterschiedliche Lebensdauern und nur wenige haben ihre eigenen Aktivitäten dokumentiert. Meist sind sie nur mündlich durch Zeitzeug*innen überliefert, was auf die Fragilität dieses Wissens hindeutet.
In vier Filmabenden wird eine Auswahl von Experimentalfilmen und -videos präsentiert, die innerhalb solcher kollaborativen Assemblagen entstanden sind. Die Beispiele stammen aus Wien, Hamburg und Berlin. Jeder Abend ist einer Stadt gewidmet und wird von Diskussionen mit den Filmemacher*innen begleitet.
Die Reihe ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Bethanien und attaque[e]r le visible.
Weitere Termine
24.09.2026 19 Uhr
Kollaborative Assemblagen / Berlin I
22.10.2026 19 Uhr
Kollaborative Assemblagen / Berlin II
*****ENGLISH*****
SCREENING
Collaborative Assemblages
HAMBURG
CLAUDIA RICHARZ / NINA RIPPEL / ULRIKE ZIMMERMANN
27 August 2026
start 7 p.m.
The starting point of this episode is a VHS tape discovered in the IMAI video archive. It contained three video works from the mid-1980s. The tape was labelled only “Touristinnen”, so it wasn’t immediately clear that the works were made by three different artists. Thorough research revealed that the works were created by Claudia Richarz, Nina Rippel, and Ulrike Zimmermann, respectively. All three lived in Hamburg in the 1980s, were part of the queer-feminist video scene—which was very active at the time—and supported one another in their projects.
PROGRAMME
Nina Rippel, Drei Unterwasserstücke mit Cello (Three Underwater Pieces with Cello) 1985, 16 mm (digitised), 6 mins, sound
Nina Rippel, Unter Horizont (Below the Horizon) 1988, 16 mm (digitised), 9 mins, sound
Claudia Richarz, Endlich eine Prinzessin (Finally a Princess) 1985, 16 mm (digitised), 2 mins, sound
Claudia Richarz, Ich wandle unter Blumen (I Walk Amongst the Flowers) 1985, 16 mm (digitised), 3 mins, sound
Claudia Richarz & Andrea van der Straeten, Staubsaugen (Vacuuming) 1985, 16 mm (digitised), 6 mins, sound
Claudia Richarz, Das Nummerngirl (The Card Girl)
1989, 16 mm (digitised), 1 min, no sound
Ulrike Zimmermann, Touristinnen – Über und unter Wasser (Tourists—Above and Under Water) U-Matic (digitised), 1986, 22 mins, sound
Ulrike Zimmermann, Venus 220 Volt – Lust im Haushalt (Venus 220 Volt—Pleasure in the Home) 1991, 16 mm (digitised), 10 mins, sound (Co-production Pipilotti Rist)
Guests: Claudia Richarz, Nina Rippel, Ulrike Zimmermann
The discussion will be held in German, films with English subtitles
Claudia Richarz (b. 1955 in Troisdorf, lives in Eckernförde) is an experimental and documentary filmmaker. She studied visual communication at the University of Fine Arts Hamburg under Helke Sander and others. In 1979, Richarz co-founded Bildwechsel—Kultur- und Medienzentrum für Frauen (Image Change—Culture and Media Center for Women). Several of her films have won awards: she received the Grimme-Preis in 2000 for her documentary series Abnehmen in Essen (Losing Weight in Essen), and the Audience Prize at the Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln (Dortmund and Cologne International Women’s Film Festival) in 2023 for Helke Sander: Aufräumen (Helke Sander: Cleaning House).
Nina Rippel (lives in Hamburg) is an experimental and documentary filmmaker. She studied art education and film at the University of Fine Arts Hamburg. She founded the documentary filmmakers’ collective die thede there in 1980. Rippel worked as an art teacher at various high schools and taught media as a lecturer at the University of Applied Sciences in Frankfurt am Main and at Leuphana University Lüneburg. In her films, she examines perception and the corporeal dimension of film. Her topics range from filming underwater to the lived experience of people with visual impairments.
Ulrike Zimmermann (b. 1969 in Hamburg, lives in Berlin) is a filmmaker and producer of multimedia online formats. She studied film at the University of Fine Arts Hamburg. In 1989, she founded the production company MMM Film, with which she has produced numerous feature films and documentaries for the international film market. For decades, her work has revolved around the question of how sexuality will be visualized in the future. Her film Vulva 3.0. was presented at the 64th Berlinale in 2014.
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Collaborative Assemblages
Feminist Practices in Experimental Film and Video of the 1980s
Vienna / Hamburg / Berlin
Collaborative Assemblages is a four-part series of experimental film screenings that explores various facets of feminist, collaborative working methods in the 1970s and 1980s—working methods that were of vital importance to women* active in experimental film. The episodes focus on experimental film scenes in Vienna, Hamburg and Berlin.
Collaborative Assemblages delves into the networks of practices that enabled women* to appear with greater self-confidence, greater expertise and, most importantly, in ever-increasing numbers within the experimental film scenes of the 1980s. It centres on various initiatives, collectives, and both official and unofficial groups. Exchanging knowledge about technology, filmmaking methods, and aesthetic forms, as well as sharing access to equipment, were key concerns within these assemblages. However, it was also about motivating one another and assisting with filming. The initiatives also provided a platform for (queer)feminist activism and self-determined cultural production.
These collaborative assemblages, often characterised by a spirit of friendship, did not adopt a uniform shape and were organised to varying degrees. They took various guises, such as self-made guidebooks on how to use a particular camera, the sharing of equipment, supportive discussions, and joint film projects or workshops. In their unformed state, they had the effect of deconstructing the experimental film scene and opening up new spaces for women* to become involved. The individual assemblages had varying lifespans, and only a few documented their own activities. For the most part, knowledge of them has been passed down only orally by contemporary witnesses, which highlights the fragility of this information.
A selection of experimental films and videos created within such collectives will be presented across four screenings. The examples come from Vienna, Hamburg and Berlin. Each evening will be dedicated to one city and will feature discussions with filmmakers.
The series is a collaboration between Künstlerhaus Bethanien and attaque[e]r le visible, curated by Lawinia Rate.
Other upcoming events in the series
24.09.2026 7 pm
Collaborative Assemblages / Berlin I
22.10.2026 7 pm
Collaborative Assemblages / Berlin II
ORT / VENUE:
Künstlerhaus Bethanien
Eingang: Regina-Jonas-Str. 41-43
10999 Berlin
EINTRITT / ENTRY:
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