attaque[e]r le visible

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Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Im Garten der gelben G., 1985, Standbild

© Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Sixpack, Wien

 

Kollaborative Assemblagen

WIEN

ILSE GASSINGER / URSULA PÜRRER / ASHLEY HANS SCHEIRL / ANNA STEININGER

 

16. Juli 2026

19:00

PROGRAMM

Ilse Gassinger, Anna Steininger, Verzehren/Verzerrt, 1984, U-matic (digitalisiert), Ton, 9 Min.

Ilse Gassinger, Exposed, 1989, U-matic (digitalisiert), Ton, 8 Min.

Ilse Gassinger, Eisenherz, 1989, U-matic (digitalisiert), Ton, 3 Min.

Anna Steininger, Die Evidenz des Kalküls, 1987, U-matic (digitalisiert), Ton, 8 Min. (in Zusammenarbeit mit Ilse Gassinger)

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Zarte Knöpfe, 1985, Super 8 (digitalisiert), Ton, 4 Min.

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Kampf und Kuss, 1984, Super 8 (digitalisiert), Ton, 4 Min.

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Im Garten der gelben G., 1985, Super 8 (digitalisiert), Ton, 9 Min.

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Super 8 Girl Games, 1985, Super 8 (digitalisiert), Ton, 3 Min.

Ursula Pürrer, Drift of Juicy, 1989, U-matic (digitalisiert), Ton, 10 Min.

Gästin: Ursula Pürrer

Filmprogramm mit englischen Untertiteln
Gespräch in deutscher Sprache

 

 

Ilse Gassinger (*1953 Knittelfeld, lebt in Durham) ist Videokünstlerin, Fotografin und Kuratorin. Sie studierte Publizistik an der Universität Wien, wo sie auch promovierte. Gassinger war in den 1980er-Jahren eng mit der Medienwerkstatt Wien verbunden. Ihre Videopraxis ist vorwiegend experimentell. Unter ihren Arbeiten sind aber auch dokumentarische Formate zu finden. Thematisch beschäftigt sie sich mit Fragen der gesellschaftlichen Normierung. Seit Ende der 1990er-Jahre lebt sie in Kanada, wo sie lange Zeit als Kuratorin für die Durham Art Gallery tätig war. Ihre Videoarbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt, beispielsweise im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe oder im Fukuyama Museum of Art.

 

Ursula Pürrer (*1962, Wien) ist Experimentalfilm- und Videokünstlerin sowie Videoeditorin. Pürrer studierte visuelle Mediengestaltung an der Universität für Angewandte Kunst und Elektroakustik und Komposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. In den frühen 80er-Jahren arbeitete sie zusammen mit Ashley Hans Scheirl an mehreren experimentellen Super-8-Filmen und Videokunstarbeiten. Als Cutterin wirkte sie u. a. an Cari Compagni von Pia Marais (2018), Hitler’s Hollywood von Rüdiger Suchsland (2017) und Hüllenlos – die Geschichte der Nacktheit von Inga Turczyn (2023) mit. Ihre Film- und Videoarbeiten wurden international ausgestellt und auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt.

 

Ashley Hans Scheirl (*1956 in Salzburg) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und am Central Saint Martins College of Art & Design in London. In den späten 70er- und in den 80er-Jahren war Scheirl an den performativen Musikexperimenten der Gruppen 8 oder 9 und Ungünstige Vorzeichen beteiligt. Parallel entstanden Super-8-Filme, u. a. zusammen mit Ursula Pürrer. Anfang der 80er-Jahre arbeitete sie*er für Arleen Schloss’ wöchentlichen Kunst- und Performance-Abend Wednesdays @ A’s in New York. Von 2006 bis 2022 war Scheirl Professor_in für Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seit 2022 ist sie*er ebendort Seniorprofessor_in für Gender & Space. 2022 vertrat Scheirl zusammen mit Jakob Lena Knebl Österreich auf der Biennale in Venedig.

 

Anna Steininger (*1957, Oberösterreich) ist Videokünstlerin und diplomierter Visual Artist. Sie studierte Germanistik und Politikwissenschaft. 1983 begann sie mit Video zu arbeiten. Sie war Mitarbeiterin der Medienwerkstatt Wien. Ihre Arbeit zeichnet sich durch einen elaborierten Umgang mit digitalen Phänomenen und einen eigenen Zugang zu visueller Kunst aus, in dem das Verhältnis von visuellen Figurationen und Epistemologie eine zentrale Rolle spielt. In der Vergangenheit war sie zudem als Wissenschaftlerin an der Universität Jena und an der Freien Universität Berlin tätig. An der Freien Universität war sie am E-Learning-Projekt „Bildräume: Zur methodischen Analyse kinematographischer Darstellungsformen” beteiligt. Ihre Arbeiten wurden international in Museen und auf Festivals gezeigt.

 
 
 
Kollaborative Assemblagen
Feministische Praktiken im Experimentalfilm und -video der 80er Jahre
Wien / Hamburg / Berlin

Kollaborative Assemblagen ist eine vierteilige Reihe von Filmabenden mit Experimentalfilmen, die unterschiedlichen Facetten feministischer, kollaborativer Arbeitsweisen in den 1970er und 1980er Jahren nachspürt – Arbeitsweisen, die existenziell für die im Experimentalfilm tätigen Frauen* waren. Die Episoden widmen sich den Experimentalfilmszenen in den Städten Wien, Hamburg und Berlin.

Kollaborative Assemblagen richtet den Fokus auf Gefüge von Praktiken, die es Frauen* ermöglichten, selbstbewusster, versierter und – was besonders wichtig ist – in immer größerer Anzahl in den Experimentalfilmszenen der 1980er Jahre aufzutreten. Es geht um verschiedene Initiativen, Zusammenschlüsse, offizielle wie inoffizielle Gruppen. Der Austausch von Wissen über Technik, filmische Methoden und ästhetische Formen sowie der Zugang zur Technik waren essenzielle Anliegen. Es ging aber auch darum, sich gegenseitig zu motivieren und beim Filmen zu helfen. Die Initiativen boten zudem eine Bühne für (queer)feministischen Aktivismus und selbstbestimmte Kulturproduktion.

Diese oft freundschaftlich geprägten kollaborativen Assemblagen nahmen keine einheitliche Form an und bewegten sich zwischen spontanen Zusammenschlüssen und stärker organisierten Strukturen. Beispielsweise traten sie als selbst gemachte Bedienungsanleitungen für die Benutzung einer bestimmten Kamera, als gemeinschaftliche Nutzung von Equipment, als unterstützendes Gespräch, als gemeinsames Filmprojekt oder als Filmwerkstatt in Erscheinung. In ihren vielfältigen Formen hatten sie die Wirkung, den Experimentalfilmbereich zu dekonstruieren und neue Aktivitätsräume für Frauen* zu erschließen. Die einzelnen Assemblagen hatten unterschiedliche Lebensdauern und nur wenige haben ihre eigenen Aktivitäten dokumentiert. Meist sind sie nur mündlich durch Zeitzeug*innen überliefert, was auf die Fragilität dieses Wissens hindeutet.
In vier Filmabenden wird eine Auswahl von Experimentalfilmen und -videos präsentiert, die innerhalb solcher kollaborativen Assemblagen entstanden sind. Die Beispiele stammen aus Wien, Hamburg und Berlin. Jeder Abend ist einer Stadt gewidmet und wird von Diskussionen mit den Filmemacher*innen begleitet.

Die Reihe ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Bethanien und attaque[e]r le visible und wird von Lawinia Rate kuratiert.

 

 

Weitere Termine

 

27.08.2026 19 Uhr

Kollaborative Assemblagen / Hamburg

CLAUDIA RICHARZ / NINA RIPPEL / ULRIKE ZIMMERMANN

 

24.09.2026 19 Uhr

Kollaborative Assemblagen / Berlin I

 

22.10.2026 19 Uhr

Kollaborative Assemblagen / Berlin II

 

 

 

*****ENGLISH*****

SCREENING

Collaborative Assemblages

VIENNA

ILSE GASSINGER / URSULA PÜRRER / ASHLEY HANS SCHEIRL / ANNA STEININGER

 

16 July

start 7 p.m.

PROGRAMME

Ilse Gassinger, Anna Steininger, Verzehren/Verzerrt (Consume/Distorted), 1984, U-matic (digitised), sound, 9 mins

Ilse Gassinger, Exposed, 1989, U-matic (digitised), sound, 8 mins

Ilse Gassinger, Eisenherz (Ironheart), 1989, U-matic (digitised), sound, 3 mins

Anna Steininger, Die Evidenz des Kalküls (The Evidence of the Calculation), 1987, U-matic (digitised), sound, 8 mins (in cooperation with Ilse Gassinger)

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Zarte Knöpfe (Tender Buttons), 1985, Super 8 (digitised), sound, 4 mins

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Kampf und Kuss (Fight and Kiss), 1984, Super 8 (digitised), sound, 4 mins

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Im Garten der gelben G. (In the Garden of the Yellow G.), 1985, Super 8 (digitised), sound, 9 mins

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Super 8 Girl Games, 1985, Super 8 (digitised), sound, 3 mins

Ursula Pürrer, Drift of Juicy, 1989, U-matic (digitised), sound, 10 mins

Guest: Ursula Pürrer

The discussion will be held in German

Films with English subtitles

 

 

Ilse Gassinger (b. 1953 in Knittelfeld, lives in Durham, Canada) is a video artist, photographer, and curator. She studied journalism at the University of Vienna, where she also completed her doctorate. Gassinger was closely associated with the Medienwerkstatt Wien (Vienna Media Workshop) in the 1980s. Her video practice is predominantly experimental, but her works also include documentary formats. Thematically, she explores issues relating to normative social standards. She has lived in Canada since the late 1990s, where she was a long-serving curator at Durham Art Gallery. Her video works have been shown in museums around the world, including the ZKM | Center for Art and Media Karlsruhe and the Fukuyama Museum of Art.

 

Ursula Pürrer (born 1962 in Vienna) is an experimental film and video artist and video editor. She studied visual media design at the University of Applied Arts, and electroacoustics and composition at the University of Music and Performing Arts, both in Vienna. In the early 1980s, she collaborated with Ashley Hans Scheirl on several experimental Super 8 films and video artworks. As a video editor, she has worked on films including Cari Compagni by Pia Marais (2018), Hitler’s Hollywood by Rüdiger Suchsland (2017), and Hüllenlos – die Geschichte der Nacktheit by Inga Turczyn (2023). Her films and videos have been exhibited internationally and screened at numerous film festivals.

 

Ashley Hans Scheirl (born 1956 in Salzburg) studied at the Academy of Fine Arts in Vienna and Central Saint Martins College of Art & Design in London. During the late 1970s and 1980s, Scheirl participated in performative musical experiments with the groups 8 oder 9 and Ungünstige Vorzeichen. During this period, she*he also made Super 8 films, some of which were created in collaboration with Ursula Pürrer. In the early 1980s, Scheirl worked for Arleen Schloss’s weekly art and performance evenings Wednesdays @ A’s in New York. From 2006 to 2022, Scheirl was Professor of Contextual Painting at the Academy of Fine Arts in Vienna, and has been Senior Professor of Gender & Space there since 2022. In 2022, Scheirl represented Austria at the Venice Biennale alongside Jakob Lena Knebl.

 

Anna Steininger (born 1957 in Upper Austria) is a video artist and qualified visual artist. She studied German language and literature, as well as political science. Steininger started working with video in 1983. She was a member of the Medienwerkstatt Wien. Her work is characterised by her detailed engagement with digital phenomena and her unique approach to visual art, in which the relationship between visual representations and epistemology plays a central role. She has also previously worked as a researcher at the University of Jena and the Free University of Berlin. While at the Free University, she was involved in the e-learning project “Bildräume: On the Methodological Analysis of Cinematographic Forms of Representation”. Her work has been exhibited internationally in museums and at festivals.



 

 

Collaborative Assemblages

Feminist Practices in Experimental Film and Video of the 1980s

Vienna / Hamburg / Berlin

Collaborative Assemblages is a four-part series of experimental film screenings that explores various facets of feminist, collaborative working methods in the 1970s and 1980s—working methods that were of vital importance to women* active in experimental film. The episodes focus on experimental film scenes in Vienna, Hamburg and Berlin.

Collaborative Assemblages delves into the networks of practices that enabled women* to appear with greater self-confidence, greater expertise and, most importantly, in ever-increasing numbers within the experimental film scenes of the 1980s. It centres on various initiatives, collectives, and both official and unofficial groups. Exchanging knowledge about technology, filmmaking methods, and aesthetic forms, as well as sharing access to equipment, were key concerns within these assemblages. However, it was also about motivating one another and assisting with filming. The initiatives also provided a platform for (queer)feminist activism and self-determined cultural production.

These collaborative assemblages, often characterised by a spirit of friendship, did not adopt a uniform shape and were organised to varying degrees. They took various guises, such as self-made guidebooks on how to use a particular camera, the sharing of equipment, supportive discussions, and joint film projects or workshops. In their unformed state, they had the effect of deconstructing the experimental film scene and opening up new spaces for women* to become involved. The individual assemblages had varying lifespans, and only a few documented their own activities. For the most part, knowledge of them has been passed down only orally by contemporary witnesses, which highlights the fragility of this information.
A selection of experimental films and videos created within such collectives will be presented across four screenings. The examples come from Vienna, Hamburg and Berlin. Each evening will be dedicated to one city and will feature discussions with filmmakers.

The series is a collaboration between Künstlerhaus Bethanien and attaque[e]r le visible, curated by Lawinia Rate.

 

 

 

Other upcoming events in the series

27.08.2026 7 pm

Collaborative Assemblages / Hamburg
CLAUDIA RICHARZ / NINA RIPPEL / ULRIKE ZIMMERMANN

24.09.2026 7 pm
Collaborative Assemblages / Berlin I

22.10.2026 7 pm
Collaborative Assemblages / Berlin II

 

 

 

ORT / VENUE:

Künstlerhaus Bethanien
Eingang: Regina-Jonas-Str. 41-43
10999 Berlin

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